Aus Fachzeitschriften

Uwe Wolfradt

Schlafverhalten, Lebenszufriedenheit und wahrgenommener Leistungsstress in der Schule

 

Entwicklung des Schlafverhaltens bei Jugendlichen und dessen Auswirkungen auf das schulische Leistungsverhalten

Jugendliche (15 – 18 Jahre) schlafen im Vergleich zu jungen Erwachsenen (19 – 24 Jahre) länger, doch auch bei Jugendlichen gibt es bereits Anzeichen von Schlaflosigkeit und Schlafstörungen bzw. Probleme beim frühen aufstehen. Im zunehmenden Alter nimmt die Schlafdauer immer mehr ab. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Jugendliche im Laufe ihrer Entwicklung immer mehr Gruppenaktivitäten nachgehen (vgl. Wolfradt 2006, S. 13). Im Durchschnitt haben Schüler, die die 5. Jahrgangsstufe besuchen 9 Stunden schlaf und Schüler der 13. Jahrgangsstufe 7 Stunden (vgl. Wolfradt 2006, S. 17).
Bezüglich des Begriffes Schlafverhalten muss man zwischen Schlafqualität und -quantität unterscheiden. Schlafqualität bezieht sich auf die Intensität des Schlafes und Schlafquantität auf die Dauer des Schlafes. Unregelmäßigkeiten bezüglich des Zubettgehens bzw. spätes Zubettgehen können eine geringere Schlafqualität bewirken, welche sich im weiteren Verlauf negativ auf die Leistungsfähigkeit der Jugendlichen und deren Wohlbefinden bzw. deren wahrgenommenen Leistungsdruck auswirkt. Aufgrund von Schlafmangel werden eine Vielzahl von Verhaltensweisen und Wahrnehmungen negativ beeinflusst. Diese sind unter anderem das Selbstwertgefühl, sowie das Selbstbild eines Schülers und dessen Aggressionsbewältigung. Weiters werden die Aufmerksamkeit, die Merkfähigkeit, das Lernen von neuem Stoff und das abstrakte Denken erschwert (vgl. Wolfradt 2006, S. 14).

Auswirkungen auf die Zufriedenheit, das Klassenklima und den Leistungsdruck

Am meisten beeinflusst die Schlafqualität die Zufriedenheit, das Klassenklima und den Leistungsdruck. Die Schlafquantität spielt hierbei nur eine geringe Rolle. Niedrige Müdigkeit und das Fehlen von Einschlafschwierigkeiten sind eine gute Basis für die Zufriedenheit eines Menschen. Werden diese Faktoren mit einem geringen Alter verbunden, bilden diese die Grundlage eines positiven Klassenklimas. Im Gegensatz zur Zufriedenheit und dem positiven Klassenklima ist hoher Leistungsdruck das Resultat von hoher Schlafmüdigkeit, sowie von Ein- und Durchschlafproblemen (vgl. Wolfradt 2006, S. 17 ff).
Bezieht man die Zufriedenheit und den Leistungsdruck, auf die Schlafprobleme und das Klassenklima kommt man auf das Ergebnis, dass Schlafprobleme und ein negatives Klassenklima negative Auswirkungen auf die Zufriedenheit und den Leistungsdruck haben. Weiters ergibt sich, dass wenn man an Schlafstörungen leidet die Lebenszufriedenheit abnimmt, auch wenn ein positives Klassenklima gegeben ist (vgl. Wolfradt 2006, S. 19).

Quelle

Wolfradt, U. (2006). Schlafverhalten, Lebenszufriedenheit und wahrgenommener Leistungsstress in der Schule. In G. Spangler, E. Hany, O. Köller & S. Walper (Hrsg.), Schule und Psychologie. Psychologie in Erziehung und Unterricht. Zeitschrift für Forschung und Praxis (S. 12-22). München Basel: Ernst Reinhardt Verlag

 


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