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Taxonomie der kognitiven Lernziele

LERNZIELE

1.      Allgemeines

Lernziele leiten sich aus dem Lehrplan bzw. Curriculum ab. Durch Lernziele werden Inhalte so formuliert, dass sie für den Lernenden nachvollziehbar werden. Der Inhalt wird um eine Verhaltenskomponente erweitert, und vermittelt dem Lernenden was er mit dem Inhalt tun können soll (vgl. Prinz, 2004, S. 10).

Durch die Anwendung von Lernzielen kann die Lernmotivation gesteigert werden. Sie können sich eindeutig an Inhalt und Verlauf orientieren. Sie wissen warum Sie etwas Lernen sollen bzw. wobei Sie das Gelernte in anderen Lebenssituationen unterstützt (vgl. Prinz, 2004, S. 10).

2.      Klassifikation von Lernzielen

a.      Klassifikation nach dem Genauigkeitsgrad (Möller)

Leitziele

Leitziele haben den höchsten Grad der Abstraktheit und beschreiben ganz allgemeine Ziele. (z.B. Ziel eines Ausbildungslehrganges oder eines Schultyps) (vgl. Prinz 2004, S. 14).

Richtziel

Richtziele beschreiben abstrakt formuliert allgemeine Fähigkeiten. Alternative Interpretationen sind möglich. Es handelt sich um Allgemeine Fachlernziele. Es wird die Richtung vorgegeben nicht jedoch Inhalt oder konkretes Verhalten (z.B. Grundverständnis für die Notwendigkeit in einem Unternehmen Bücher zu führen) (vgl. Prinz 2004, S. 14)

Grobziel - Leitidee

Grobziele weisen einen mittleren Grad an Eindeutigkeit auf. Sie beziehen sich bereits auf den Stoff der Rahmenlehrpläne und Themenbereiche mehrerer Unterrichtseinheiten. Es handelt sich um Besondere Fachlernziele. (z.B. die Vielzahl von Buchungssätzen kennen und verstehen, Erfolgswirksamkeit beurteilen und Auswirkung auf Gewinn erkennen können) (vgl. Neuweg, 2003, S. 3)

Feinziel

Feinziele haben einen hohen Grad an Eindeutigkeit. Sie dienen der täglichen Unterrichtsplanung. Sie beschreiben die jeweiligen Stundenziele. (z.B. Die Schüler sollen, zu 4 von 5  Sachverhalten ohne Zuhilfenahme von Vorlagen eigenständig  innerhalb von  15 min. den richtigen Buchungssatz angeben können) (vgl. Neuweg, 2003, S. 16 ff)

3.      Lernziele des kognitiven Bereichs (Taxonomie)

Der Begriff Taxonomie wird als Synonym für eine Klassifikation verwendet. In der Pädagogik ist die Lernzieltaxonomie die bedeutendste → Lernziele werden in ein Ordnungsschema nach dem Lernbereich eingeordnet. Man unterscheidet:

Die Lernzieltaxonomie im kognitiven Bereich nach Benjamin Bloom et al. ist die bedeutendste, Der kognitive Bereich schließt Verhaltensweisen wie Wissen,  Erinnern, Denken, Problemlösen Begriffsbildung und kreatives Denken ein. Man klassifiziert die Art und Weise in der Schüler als Ergebnis der Teilnahme am Unterricht denken, handeln oder fühlen.Die Taxonomie von Lernzielen im kognitiven Bereich ist von einfachen zu komplexen Verhaltensweisen aufgebaut, sie enthält sechs aufeinander aufbauende Hauptklassen:

  1. Wissen     Kenntnisse
  2. Verstehen   Erkenntnisse
  3. Anwenden
  4. Analyse
  5. Synthese  Einsichten
  6. Evaluation

Die Lernziele einer bestimmten Hauptklasse bauen auf die Lernziele der vorhergehenden Klassen auf. Einfache Verhaltensweisen integrieren sich mit ebenfalls anderen einfachen Verhaltensweisen und bilden ein komplexes Verhalten (vgl. Bloom et al. 1971, S. 5 ff).

4.      Die 6 Stufen der Taxonomie des kognitiven Bereichs

a.      Wissen

Verhaltensweise und Prüfungssituationen in denen das Erinnern im Vordergrund steht.

b.      Verstehen

Verstehen bedeutet, dass der Schüler erlernte Information in einem eventuell anderen Kontext wieder erkennt und ein Beispiel entweder dazu formulieren kann oder ein gegebenes Beispiel als solches erkennen.

c.      Anwenden

Die Anwendung konfrontiert den Schüler mit einem neuen Problem, dass durch eine passende Abstraktion zu lösen ist, ohne diese Form der Lösung vorher gezeigt zu bekommen (vgl. Bloom et al. 1971, S. 45 ff).

d.      Analyse

Während bei Verstehen und Anwendung das Erinnern an erlerntes Material im Vordergrund steht, liegt das Hauptaugenmerk bei der Analyse in der Zerlegung des Materials in essentielle Brocken, der Auffindung von Relationen zwischen den Brocken und der Weise, in der jene gegliedert sind (vgl. Bloom et al. 1971, S. 45 ff)

e.      Synthese

Die Synthese stellt die Zusammenfügung von Elementen und Teilen zu einem Ganzen dar. Es entsteht eine Struktur oder Organisation der Information in einer vorher nicht eindeutigen Form. Die Synthese umschließt die Neukombination aus bereits erlerntem und neuem Material und definiert den kognitiven Lernbereich am meisten (vgl. Bloom et al. 1971, S. 45 ff).

f.       Bewertung

Die Evaluation liefert Schlussfolgerungen über die Qualität von Material und Methoden für bestimmte Zwecke, sowie quantitative und qualitative Urteile über den Umfang, in dem Material und Methoden Kriterien genügen (vgl. Bloom et al. 1971, S. 45 ff).

Verwendete Literatur

Neuweg, G. H. (2003). Skriptum Unterrichtsplanung. Institut für Wirtschaftspädagogik. Johannes Kepler Universität Linz.

Prinz, E. (2004). Skriptum Unterrichtsplanung und Präsentation. Institut für Wirtschaftspädagogik. Johannes Kepler Universität Linz.

Bloom et al., B. S., Engelhart, M. D., Furst, E. J., Hill, W. H. & Krathwohl, D. R. (1971). Taxonomy of educational objectives: The classification of educational goals. Handbook I: Cognitive domain. New York: David McKay Company.


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