Übergänge … Von der Kindheit zur Jugend

Bei allen beliebt sein

Mein Wechsel von der Unterstufe auf die Oberstufe war mit unter sicher ein einschneidendes Erlebnis, wenn nicht sogar einschneidender als bei anderen. Ich bin im Mühlviertel aufgewachsen und dort vom Kindergarten in die Volkschule und dann weiters in die Hauptschule gegangen. Hauptschulen im Mühlviertel sind nicht so wie in Linz Schulen für Jugendliche mit etwas niedriger Intelligenz sondern Gymnasien sind nur welche für Schüler mit äusserst hoher Intelligenz und somit schon ein wesentlicher Unterschied zum Schulwesen in der Stadt. Anfangs als ich mich entschieden habe in die HBLA zu gehen wusste ich das noch nicht und hatte sogleich neben der Sache mit meiner Herkunft, auch mit diesem Vorurteil eines „nicht so intelligenten Jugendlichen“ zu tun. Nachdem ich jedoch ein doch sehr gefestigtes Selbstbewusstsein besitze konnte ich trotz allem gegen die Vorurteile anhalten und letzten Endes stellte sich anhand meiner durchaus guten und vor allem, im Unterschied zu vielen meiner SchulkollegenInnen, positiven Schulnoten schnell heraus, dass ich ganz und gar nicht zu den „nicht-so-intelligenten-Schülern“ gehörte.

Obwohl ich anfangs wenn ich wo neu bin noch immer sehr schüchtern wirke, habe ich doch nach einigen Wochen schon einen guten Freundeskreis aufgebaut und bis zur letzten Klasse hatte ich dann schon meinen eigenen „Status“ in der Schule.

Natürlich versucht man anfangs immer bei allen beliebt zu sein aber für mich wäre nie in Frage gekommen etwas zu tun was ich nicht will nur um anderen zu gefallen. Diesem Prinzip bin ich bis heute noch treu geblieben und muss feststellen dass ich es mir mit dieser Einstellung immer sehr gut gegangen ist! Meine größten Dispute hatte ich allerdings mit den Lehrkräften dieser Schule da sie immer wollten dass wir erwachsen sind und uns so verhalten, jedoch gaben sie uns aber selten die Chance uns wirklich so zu verhalten anhand deren Regeln. Ich kann mich sehr gut an Regeln halten allerdings nur wenn sie wirklich Sinn machen und daran hat sich auch bis heute nichts geändert.

An und für sich habe ich mich ab meinem 16. Lebensjahr nicht sonderlich verändert, klar ich bin reifer und selbstständiger (das war ich früher aber auch schon mehr als andere in meinem Alter) aber bis auf das, dass ich in Sachen Jungs, Beziehung, Fortgehen und vielleicht auch Bildung etwas anders denke, bin ich noch die Selbe wie früher- eine Mischung aus Kind wenn es um Spaß geht und Erwachsenen wenn es um Entscheidungen und andere wichtige Dinge geht.

Aus meinem Tagebuch

Zunächst einmal muss ich gestehen, dass meine Erinnerungen an diese besagte Zeit zwischen 10. und 15. Lebensjahr zu wünschen übrig lassen. Aus diesem Grund hab ich also mein Tagebuch studiert und obwohl ich keine wirklich fleißige Tagebuch-Schreiberin war, konnte ich doch so manche Erinnerung wieder aufleben lassen. Bei dieser Reise in meine Vergangenheit wurde mir bewusst, dass es für mich bis zu meinem 13. Lebensjahr eigentlich nur einen Lebensmittelpunkt gab. Mein größtes Hobby waren die Pferde. Ich verbrachte demnach jede freie Minute im nahegelegenen Reitstall und auch meine Tagebuchaufzeichnungen waren davon geprägt. Hier ist vielleicht zu erwähnen, dass ich diesem Hobby sehr ehrgeizig nachging und die damit verbundenen zeitintensiven Trainings und Wettkämpfe kaum Raum für anderweitige Beschäftigungen ließen. Mein Freundes- bzw. Bekanntenkreis bestand daher vorwiegend aus älteren Personen, da diesem Hobby in dieser Intensität nur sehr wenige gleichaltrige Kinder/Jugendliche nachkamen. Erst ab meinem 13. Lebensjahr wuchs plötzlich das vermehrte Interesse an Gleichaltrigen, im Besonderen natürlich am anderen Geschlecht. Meine Interessen verschoben sich somit, was sich auch in meinen Tagebuchaufzeichnungen widerspiegelte. Meine heißgeliebten Pferde rückten in den Hintergrund der Erzählungen während zum Beispiel meine erste große Urlaubsliebe unzählige Seiten meines Tagebuchs in Anspruch nahm. Natürlich war in diesem Zusammenhang zu beobachten, dass die Schwärmereien (auch wenn ich damals von der großen Liebe überzeugt war) für bestimmte Jungs nur sehr kurzlebig waren. Als „das Ereignis“ in diesem Zeitraum würde ich meinen Unfall mit einem Pferd bezeichnen. Dabei erlitt ich schwere Leberrisse und befand mich durch die verspätete Diagnose der Ärzte in einer sehr kritischen Situation. Die damals notwendige Operation hinterließ eine sehr große körperliche Narbe, welche die Erinnerungen an dieses Ereignis nicht gänzlich verschwinden lassen. Durch den Unfall habe ich mit Sicherheit etwas von meiner kindlichen Unbekümmertheit verloren, während ich vor allem in den Jahren der Pubertät durch die Narbe Probleme mit meinem Selbstbewusstsein hatte. Nachdem meine Tagebucheintragungen großteils auch in dieser Übergangsphase enden, schließe nun auch ich dieses Kapitel.


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