Übergänge II … Von der Kindheit zur Jugend

Ungesunde Nahrungsmittel

Der Übergang von der Kindheit in das Jugendalter war für mich mit Sicherheit ein sehr prägender Lebensabschnitt. Aus meiner Sicht erlebte ich in dieser Zeit nicht nur schöne und lehrreiche Situationen, sondern machte auch die unfreiwillige Bekanntschaft mit vielen aufwühlenden und eher negativen Ereignissen.

In der Kindheit war ich noch das nette, brave und extrem schüchterne Mädchen vom Lande. Wenn Bekannte zu besuch waren, schlich ich mich nach der Begrüßung häufig davon, weil ich sehr kontaktscheu war. Auch die Besuche bei Freunden oder Bekannten meiner Eltern, waren mir immer sehr unangenehm und ich verhielt mich immer extrem still und zurückgezogen. Vielleicht lag es daran, dass ich als Kind sehr übergewichtig war und ich in der Volksschule permanent gehänselt wurde. Meine Eltern waren sehr bemüht mein Gewicht zu reduzieren, aber ich fand immer wieder Gelegenheiten um an ungesunde Nahrungsmittel (Süßigkeiten etc.) zu gelangen. Da sich das Gewichtsproblem nicht wesentlich veränderte wurde ich zum Sport gezwungen, der mir am Anfang überhaupt keinen Spaß bereitete, doch mit der Zeit fand ich immer mehr gefallen daran und so wurde ich nicht nur schlanker, sondern sogar etwas selbstbewusster und lebendiger.

In meiner Jugendzeit betrieb ich dann wirklichen Hochleistungssport und war im sportlichen Bereich extrem leistungsorientiert. Durch den Sport habe ich mich sicherlich nicht nur körperlich, sondern vor allem charakterlich sehr verändert. In dieser Zeit war vor allem der Kontakt zu meiner Trainingsgruppe sehr wichtig. Ich trainierte mit 2 Burschen fast tagtäglich zusammen und somit entstand eine sehr innige Gemeinschaft, die auch gleichzeitig neben meiner Familie ein sehr wichtiger Bezugspunkt in meinem Leben war. Für mich war es sehr wichtig, andauernd die Beste zu sein. Daher waren Alkohol und Tabak für mich absolute Tabu-Themen. Auch meine Freundschaften in der Schule waren sehr gering, denn meiner Meinung nach, hinderten mich diese an meinen „Höchstleistungen“. Die anderen Schulkollegen gingen fort, hatten schon einen Freund und für mich waren eben andere Prioritäten wichtiger und somit beschränkte sich mein Freundeskreis fast ausschließlich auf den sportlichen Bereich. Für mich hatte eben der Erfolg oberste Priorität. Rebellionen bezüglich Fortgehen, Rachen- und Alkoholkonsum gab es also nicht, doch wie jeder andere Jugendliche auch, hatte ich genauso meine „spinnerein“. Vor allem wenn einmal das Training nicht so nach meinen Vorstellungen verlief oder ich bei Regatten keine gute Leistung ablieferte, ließ ich steht’s meinen Frust an meiner Mutter aus. Im Nachhinein betrachtet verstehe ich jetzt die aggressiven Gegenreaktionen meiner Mutter nur zu gut.

Was passiert mit den Menschen nach dem Tod

Im Großen und Ganzen hatte ich eine ziemlich unbeschwerte „erste“ Jugendzeit.

Zu den entscheidenden Veränderungen gegenüber der Kindheit zählen vor allem die Freizeit, die durch die Schule und das Lernen eingeschränkt wurde, sowie der Verlust der Unbeschwertheit. Weiters hat sich bei mir durch den Besuch einer anderen Hauptschule, als der im Ort, mein Freundeskreis verändert. Zu einer bestimmten Clique zu gehören und von den Mitgliedern akzeptiert und geschätzt zu werden, war zu diesem Zeitpunkt meines Lebens ziemlich wichtig für mich. Das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe war somit auch eine Veränderung gegenüber der Kindheit.

Im Alter von 13 Jahren bin ich zum ersten Mal mit dem Thema Tod konfrontiert worden, da damals mein Opa nach langer Krankheit von uns gegangen ist. Ich musste zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal miterleben, dass ein geliebter Mensch in Zukunft nicht mehr an meinem Leben teilnehmen wird. Durch die zahlreichen Krankenhausbesuche bekam ich auch ziemlich viele Schicksale sowie Leid und Trauer mit. Eine Frage, die mich damals stark beschäftigte: „Was passiert mit den Menschen nach dem Tod und gibt es überhaupt einen Himmel?“

Im Alter von 14 Jahren stellte sich dann die Frage, was ich nach der Pflichtschule eigentlich machen möchte. Da meinen Eltern eine gute Ausbildung für mich wichtig war und ich damals noch keine Vorstellung davon hatte, welchen Beruf ich später einmal ergreifen möchte, kam für mich eine Lehre nicht in Betracht. Gemeinsam mit meinen Eltern entschied ich mich dann schließlich für eine HBLW.

Mit der neuen Schule und der neuen Umgebung änderten sich auch meine Interessen ein wenig. Dem täglichen Outfit und auch den Boys wurde mehr Aufmerksamkeit gewidmet als zuvor. Doch nicht nur meine Interessen haben sich in dieser Zeit verändert, auch meine Selbstständigkeit in alltäglichen Dingen und mein Selbstbewusstsein haben zugenommen. Im Alter von 15 Jahren wurden auch die Freiheiten, die mir meine Eltern gewährten, mehr. Spätere Kinobesuche mit Freunden oder alleine zu einem Konzert zu gehen waren kein Problem mehr und hatten auch keine langen Diskussionen zur Folge.

Die wichtigsten Ansprechpartner in dieser Zeit waren auf jeden Fall meine Eltern, da sie immer für mich da waren und mich wo es nur ging unterstützt haben.


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